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Camp Münsterland

Gronauer Uranzug in Münster fast 8 Stunden gestoppt - Urananreicherung stilllegen !!!
07.05.2012, 14:22

Luftblockade zum Urantransport-Stopp, Foto: AAA-WestDie bislang längste Luftblockade eines Urantransports ist vorbei - acht Stunden hielt die Bundespolizei den Uranzug zurück. Die heutige Abseilaktion hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Widerstand gegen die Urananreicherung in Gronau und die damit verbundenen Urantransporte wächst. Bundes- und Landesregierung müssen endlich aktiv werden und die UAA stilllegen sowie die Urantransporte stoppen. Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht den Uranbrennstoff in alle Welt liefern!

Und auch der neue französische Präsident Hollande hat schon eine Hausaufgabe: Wenn er die Atomkraft in Frankreich zurückfahren will, kann er gleich die deutsch-französische Atomkooperation bei der Urananreicherung aufkündigen und damit der Urenco in Gronau die Versorgung mit Uranhexafluorid kappen - das wäre doch mal ein konkreter Schritt zum Atomausstieg in Europa!

Wir danken für das große Interesse heute und grüßen die AktivistInnen solidarisch für ihre sehr couragierte Protestaktion!

Mitmachen: Bei Robin Wood läuft eine Online-Aktion gegen die Urananreicherung und morgen startet eine Anti-Atom-Tour durch NRW: www.robinwood.de

21.52 Uhr: Der Uranzug passierte um 21.46 Aktivistin in luftiger Höhe - Urantransportstopp - Foto: aaa-westUhr den Hauptbahnhof Hamm (mit Hubschrauberbegleitung), um 21.16 Uhr war er ganz langsam durch den Münsteraner Hauptbahnhof gerollt, zuvor 10 Minuten Stopp nördlich des Hauptbahnhofs.

20.47 Uhr: Der Uranzug ist nach fast 8 Stunden soeben in Altenberge wieder gestartet
- die KletterInnen werden derzeit gründlich kontrolliert, dann freigelassen. Weitere Bahnstrecke: Münster-Hamm-(entweder Hagen-Wuppertal oder Lünen-Oberhausen-Duisburg-Düsseldorf)-Köln-Bonn-Koblenz-Trier-Saarbrücken-Metz-Pierrelatte - kommt zur Strecke!

20.10 Uhr:
Räumung hat gegen 18.45 Uhr mit Hebewaggon begonnen, alle KlettererInnen sind inzwischen unten. Der Uranzug steht bereits mehr als 7 Stunden in Altenberge. Dort ist eine Mahnwache am Bahnhof.

18.15 Uhr:
Polizei bereitet die Räumung vor und hat die UnterstützerInnen von der Bahnstrecke mit Hundertschaft abgedrängt.

17.25 Uhr:
Seit mehr als vier Stunden schweben die AktivistInnen über der Bahnstrecke. Inzwischen gibt es aber erste Räumungsvorbereitungen und bis 19 Uhr soll ein Hebewaggon der Bahn vor Ort eingetroffen sein.

16.30 Uhr:
Der Uranzug steht weiterhin in Altenberge. Ein erstes, anscheinend privates Kletterteam ist eingetroffen und checkt die Lage. Urenco hat inzwischen alle unsere Angaben zum Uranzug bestätigt und die Bundespolizei hat schon eine Pressekonferenz vor Ort abgehalten. Derzeitige Linie: Die Aktion ist eine Versammlung, keiner hat sich bis jetzt strafbar gemacht und das Wetter ist schön - Solidarität vor Ort ist weiterhin sehr erwünscht (Bahnübergang Dieckhoffweg, Zufahrt über Kanalstraße, dann am nördlichen Ende rechts).

15.16 Uhr:
Die MZ meldet in ihrem Ticker (dort auch eine Fotostrecke, www.muensterschezeitung.de), dass der Uranzug in Altenberge steht und dass die Bundespolizei ihr Höhenrettungsteam aus St. Augustin bei Bonn angefordert hat. Die Bahnstrecke bleibe wahrscheinlich auch im Berufsverkehr noch gesperrt.

14.22 Uhr: AtomkraftgegnerInnen haben sich vor einer Stunde bei Münster-Kinderhaus mit einer spektakulären Abseilaktion vor einem Uranzug aus Gronau abgeseilt. Sie fordern die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie des Atommülltourismus zwischen Gronau und Südfrankreich. Der Uranzug mit neun Waggons und ca. 450 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid soll nach aktuellen Infos von Münster über Hamm, Hagen, Wuppertal, Köln-Gremberg, Bonn, Koblenz, Trier, Saarbrücken und Metz nach Pierrelatte zur "Dekonversion" fahren (UF6 wird dort für die spätere Zwischenlagerung in Gronau in U3O8 zurückverwandelt).

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der AKU Gronau sowie SOFA Münster solidarisieren sich mit der Protestaktion. Bundes- und Landesregierung sind aufgefordert, die Urananreicherungsanlage Gronau unverzüglich stillzulegen. Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf den Uranbrennstoff nicht in alle Welt exportieren und weiter an der Atommüllspirale drehen. 


Räumung mit Hebebühne - Urantransportstopp - Foto: AAA-WestWir dokumentieren hier die Pressemitteilung der Aktionsgruppe:

Urantransport in Münster gestoppt!




Abgeseilte Aktivist_innen fordern Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau




Am heutigen Montag ist etwa um 12 Uhr erneut ein Zug mit abgereichertem Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau aufgebrochen. Zwischen den Bahnhöfen Münster-Häger und Münster-Zentrum-Nord seilten sich mehrere Aktivist_innen von Bäumen ab. Der Urantransport steht vor der Protestaktion. Mit ihrer Aktion wollen die Anti-Atom-Aktivist_innen die geheimen Transporte nach Pierrelatte in Frankreich öffentlich machen und den Export von Atommüll stoppen. Wenige Menschen wissen, dass immer wieder Urantransporte durch den Münsteraner Hauptbahnhof fahren. „Es gibt keinen Atomausstieg, wenn die Atomanlagen in Gronau und Lingen unbefristet weiter laufen.“, erklärt eine Aktivistin im Seil, „Die Anlagen produzieren für den Export von Brennstäben. Es ist genauso gefährlich, wenn ein Atomkraftwerk auf der anderen Seite der Grenze in die Luft geht. Radioaktivität kennt keine Grenzen – unser Widerstand auch nicht!“.




Parallel zu der Luftblockade stehen in Greifswald zwei Robin-Wood-Aktivist_innen vor Gericht, weil sie mit einer Ankettaktion einen Castor nach Lubmin um mehrere Stunden aufhalten. Auch die Kletteraktivist_innen in Münster fordern einen Freispruch: „Kriminell ist die Atomindustrie – nicht die Menschen, die sich für eine umweltfreundlichere Energieversorgung einsetzen.“




Hintergrund:
Bis 2009 wurde der abgereicherte Uranmüll als Wertstoff deklariert nach Russland verschifft. Nach zahlreichen Blockaden, Mahnwachen und öffentlichen Protestaktionen in Deutschland und Russland wurden diese Transporte eingestellt. Keiner weiß wohin mit dem Müll. Jetzt wird er nach Frankreich gebracht zur Dekonversionsanlage, dort soll das gefährliche Uranhexafluorid in das stabilere Uranoxid zum Zweck der Zwischenlagerung umgewandelt werden. Atommülltourismus quer durch Europa löst jedoch nicht das Atommüllproblem.




WegbeschreibungDurchfahrt Uranzug, Foto: aaa-west:
Von Münster aus fahren Sie die Grevener Straße Richtung Norden und biegen Sie nach Kinderhaus rechts in die Kanalstraße ein (oder parken Sie auf dem Parkplatz an der Kreuzung), dann sofort in die nächste schmale Straße (Dieckhoffstraße) links rein und weiter bis zum Bahnübergang.




Spenden:



Aktionbündnis Münsterland
Kontonummer: 357 730 701
Bankleitzahl: 401 646 18 (Volksbank Wettringen)
Betreff: Luftblockade




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